1. August 2017

Kostenexplosion beim Ausbau der B29 im Ostalbkreis

Zum wiederholten Male werden die Kosten für eine Umgehungsstraße deutlich höher als kurz vor dem Baubeginn prognostiziert. Schon beim Einhorntunnel in Schwäbisch Gmünd verdoppelten sich die Kosten innerhalb ein paar Jahren von der Planung bis zur Fertigstellung.

Und munter geht die Kostenexplosion für die „Remstalautobahn“ weiter. Die Umgehung Mögglingen ist im Bau und noch lange nicht fertiggestellt. Schon jetzt haben sich die Kosten von der Planung bei. 67 Millionen € von vor 3 Jahren auf jetzt über 120 Millionen € fast verdoppelt. Der Steuerzahlende darf gespannt sein, was die vierspurige autobahnähnliche Umgehung letztendlich wirklich kosten wird.

Auch die von MdL Winfried Mack erhobene Forderung an eine Neuausschreibung werden die Kosten nicht wesentlich nach unten drücken können. Schon der Bundesrechnungshof hat in einer Stellungnahme aus dem Jahre 2014 (Gz. V 3 – 2013 – 5167) die falsch angesetzten Kosten von Umgehungsstraßen und dem Straßenbau gerügt. Die Kosten wurden und werden aus politischen Gründen immer deutlich zu niedrig angesetzt. Nur über die künstliche Niedrigrechnung des Kosten-/Nutzenverhältnisses konnten viele Umgehungsstraßen letztendlich umgesetzt werden. Das gleiche Spiel wurde und wird bei der B29 n bei Bopfingen/Pflaumloch als Weiterführung der Remstalautobahn gespielt.

Auch dort wurden die Kosten in der Machbarkeitsstudie deutlich zu niedrig angesetzt und nur so war das Kosten-/Nutzenverhältnis knapp über 2. Für die höheren Kosten dürfen die Steuerzahler aufkommen und dieses Geld fehlt dann z. B. in der Bildung und im Gesundheitswesen. Es wird nicht in Zweifel gezogen, dass für die Bewohner Mögglingens entlang der alten B29 es zu Entlastungen kommen kann, aber die Belastungen sind nicht weg, sondern werden auf andere umgelenkt.

Ein vierspuriger Ausbau wird den Verkehr schneller machen und infolge dessen werden die in der Nähe der Umgehungsstraße wohnenden Menschen mit einer deutlich höheren Lärmbelastung leben müssen. Dazu kommt, dass die Stausituation sich nur partiell außerhalb Mögglingens verlagern wird. Es wird sich, entgegen der Auffassung von Landrat Pavel, für die Pendler wenig bis nichts ändern. Jede Umgehungsstraße und damit vermeintliches schnellere Vorankommen wird Verkehr, besonders den LKW-Verkehr, weiter anziehen. Es wird somit zur Verschärfung der Situation entlang der B29 kommen wie Einhorn- und Rombachtunnel, Kellerhaus, Westhausen und Unterkochen.

Des Weiteren darf nicht vergessen werden, dass der Verkehr einen erheblichen Teil zum Klimawandel beiträgt. Wo bleibt hier die Zukunftsvision und Nachhaltigkeit, die gerne von unseren lokalen, Landes- und Bundespolitikern propagiert wird. Deren einzige Vision ist noch mehr Straßen und noch mehr Verkehr, wo doch die Zukunft in der E-Mobilität liegt (siehe England, Frankreich, Norwegen und Volvo). Auch beim Güterverkehr könnte schon heute mit Leichtigkeit auf E-Mobilität gesetzt werden, nämlich in dem die Güter mit der Bahn transportiert werden. Es ist höchste Zeit, dass die Politik Mobilität im Ganzen denkt und plant und sich nicht nur auf Straßenbau minimiert.

Werner Gottstein BUND Regionalvorsitzender




Suche in Presse

Presse-Archiv

Suche