2. Februar 2015

Naturschutzargumente gegen B29 Süd

Naturschützer kritisieren, dass durch eine B29 Südtrasse eines der großen noch zusammenhängenden Waldgebiete im Ostalbkreis und darüber hinaus, großflächig zerschnitten wird und zudem nur durch den Bau von zusätzlichen Grünbrücken zu realisieren wäre.

Die durch die Akteure klar favorisierte Südtrasse ist für diese deshalb so interessant, weil durch einen weiteren Straßenbau, die sog. B29 A, eine Verbindung von der neuen B29-Umgehung zur A7 bei Aalen-Ebnat erfolgen soll. Durch diese Anbindung an die A7 wird die Vernichtung äußerst sensibler Landschaftsgebiete direkt und ohne Rücksicht auf Flora und Fauna, Biodiversität in Kauf genommen:

Neuer A7 Zubringer Beuren

-    von der Röttinger Höhe (alte B29)  geht südwärts eine asphaltierte Straße zum ehem. Munitionsdepot im Staatsforst. Hier wurde vom BUND Aalen 2011 die Wildkatze genetisch nachgewiesen. Heimisch sind hier u.a. auch Rotmilan, Uhu , Wanderfalke, Kolkrabe (alle drei zuletzt genannten Arten brüten im Steinbruch bei Lauchheim-Hülen am Anfang des Landschaftsschutzgebietes „Kugeltal“ und nur unweit von der Einmündung des geplanten A7-Zubringers „B29 A“) Weiter geht die Planung durch bestehenden Hochwald, der gerodet werden soll direkt ind das Landschaftsschutzgebiet Kugeltal, östlich von Aalen-Beuren.

-    Das einzigartige Gebiet um Beuren, in welchem gerade die Flurneuordnung mit hervorragender Beteiligung des Naturschutzes, abgeschlossen wird, besteht aus einer reich strukturierten Landschaft mit Wacholderheiden, Hecken, Grünstreifen, Hülben usw. Diese alten Bestände konnten alle erhalten und sogar noch aufgebessert werden. Die Flächen werden durch Schaf-und Ziegenhaltung und Landschaftspflege der Naturschutzgruppe Vorderes Härtsfeld e.V. mit ihrem einzigartigen Naturschutzzentrum bei Ebnat und in Zusammenarbeit mit dem Grünflächen-und Umweltamt der Stadt Aalen und der dortigen landwirtschaftlichen Betriebe, wovon noch einige hauptberuflich betrieben werden,  gepflegt und freigehalten.
-    von dieser „Beurener Wanne“ soll der Zubringer dann direkt am bekannten Naturschutzgebiet „Dellenhäule“ mit der international bekannten Ameisenstadt,  der größten Ameisenpopulation Mitteleuropas. Über 22 verschiedene Arten von Ameisen wurden hier nachgewiesen. Den größten Anteil bilden die gelben Wiesenameisen, vorbeiführen. Eine Beschädigung dieser und des wunderschönen NSG´s ist bei der Realisierung der B29 A unvermeidlich.
 
-    weiter geht dann dieser Zubringer durch das schöne Ebnater Tal, immer direkt am NSG Dellenhäule vorbei. Auch dieses Tal wäre dann komplett zerstört.
-    die ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe würden durch großen Landverlust, Flächenzerschneidung und sonstige Nachteile durch den Zubringer extrem in ihrer Existenz bedroht. Die Beurener Bürger müssten bei einem maximalen Abstand Dorf-Zubringer von etwa 500-600 m auf etwa gleicher Höhenlage eine enorme Lärmbelästigung in Kauf nehmen.

-    Im weiteren Verlauf des Zubringers mündet dieser in die bestehende L1087 von Elchingen kommend zur A7. Gleich südlich von dieser Einmündung beginnt das Landschaftsschutzgebiet „Krätzental“ , ein für das Härtsfeld so typisches Trockental mit reichen Felsstrukturen und großen zusammen-hängenden Waldgebieten (ehem. fürstl. Thurn-und Taxis-Besitz)

-    Auch hier wurde 2011 die Wildkatze genetisch nachgewiesen, unweit von der vor 4 Jahren eröffneten Grünbrücke über die A7, welche einen International bedeutsamen Wildtierkorridor wiedervernetzt und gleich im ersten Jahr des Bestehens hervorragend von den Wildtieren angenommen wurde..  In dieser Gegend wurde auch  schon mehrfach der Luchs beobachtet.

Aus o.g Ausführungen und Gründen lehnen wir von den Naturschutzverbänden, bzw. ANO, die gesamte Planung einer Südtrasse incl. Autobahnzubringers vehement ab und werden alles in unseren Kräften tun, um diesen unsinnigen Frevel an der noch weitgehendst intakten Naturlandschaft „Härtsfeld“ aufzuhalten.
Wir vom BUND haben schon seither an den öffentlichen Veranstaltungen hierzu teilgenommen und uns zu Wort gemeldet und melden uns außerdem durch Leserbriefe u.a.  regelmäßig zu Wort.

Weitergende Informationen:


Landschaftsschutzgebiet Kugeltal (Zitat Schutzgebietssteckbrief)
Von Beeinträchtigungen noch weitestgehend freier Trockentalzug als ökologischer Ausgleichsraum einerseits und als naturnaher Erholungsraum für die Aligemeinheit andererseits sowie als hervorragend ausgeprägte, landschaftstypische geomorphologische Erscheinung von Karstlandschaften. Naturnahe und ökologisch vielfältig aufgebaute Waldränder als ökologisch und ästhetisch wertvolle Bereiche einer Kultur- und Erholungslandschaft.

Naturschutzgebiet Dellenhäule (Zitat aus der Schutzgebietswürdigung)
Das Dellenhäule bei Waldhausen stellt ein landschaftlich besonders schönes Beispiel einer Wacholderheide dar.
Obwohl das Dellenhäule bereits als Landschaftsschutzgebiet eingetragen ist, wurde wiederholt versucht, dieses Naturrelikt wirtschaftlich intensiver zu nutzen und so durch geplante Aufforstungen dieses wohl schönste Beispiel eines typischen Wacholder- und Hudewaldes zu vernichten.
Eine derartige „gewinnbringendere" Kulturartänderung würde aber in keinem Verhältnis zu dem naturwissenschaftlichen, kulturellen und ideellen Verlust dieses Landschaftsraumes stehen.

Schutzgebietssteckbrief bei der LUBW

Ameisenstadt Dellenhäule
Südlich des kleinen Dorfs Beuren auf dem Härtsfeld gibt es eine biologische Sensation zu bestaunen: Mitteleuropas größte Ameisenstadt. Über 22 verschiedene Arten von Ameisen wurden hier nachgewiesen. Den größten Anteil bilden die gelben Wiesenameisen.

Focus Artikel Naturerlebnis Schwäbische Alb

Naturfreunde Natura Trail

 

 




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