Der schienengebundene Verkehr in der Region Ostwürttemberg verliert ständig an Attraktivität. Eine effektive gemeinsame Lobbyarbeit unserer Abgeordneten, Landräte und Bürgermeister für eine längst überfällige Modernisierung fand nicht statt, obwohl mit Georg Brunnhuber (CDU) lange Jahre ein Oberkochener im Bahnaufsichtsrat saß.
Stattdessen schieben uns Milliardeninvestitionen in die unsinnig teuren Bahnprojekte Stuttgart 21 und die Neubaustrecke nach Ulm weiter in den Verkehrsschatten, da sie für die nächsten beiden Jahrzehnte Bundes- und Landesmittel binden.
Abbau von Service
und Infrastruktur
Die Bahn macht es den Kunden zunehmend schwer: Den persönlichen Fahrkartenverkauf gibt es nur noch auf den Bahnhöfen von Aalen, Gmünd, Lorch, Heidenheim und Ellwangen, die Öffnungszeiten werden reduziert. Andere Stationen werden durch die Aufgabe von Bahngebäuden zu überdachten Haltestellen. Die neuen Automaten sind besonders für SeniorInnen schwierig zu bedienen. Seit 2007 werden im Zug keine Fahrkarten mehr verkauft.
Zumutung Remsbahn
Auf der Linie Aalen-Stuttgart verkehren noch immer überwiegend renovierte alte Wagen der N-Klasse aus den 60er Jahren. Steile und enge Einstiege, klemmende Türen und defekte Toiletten sind weder Senioren- Familien oder behindertenfreundlich. Kurz nach der Einrichtung einer Umweltzone 2007 strich die Landesregierung paradoxerweise Zugverbindungen von und nach Schwäbisch Gmünd.
Riesbahn in Gefahr?
Die Strecke Aalen-Nördlingen-Donauwörth stand in den letzten Jahrzehnten immer wieder vor dem Aus, Von Dezember 2002-Dezember 2003 war sie wegen eines Erdrutsches und schleppender Instandsetzungsarbeiten gesperrt, kurz darauf nochmals für ein halbes Jahr unterbrochen
Brenzbahn
Die Strecke Aalen-Heidenheim-Ulm ist trotz guter Auslastung noch immer nicht elektrifiziert und nur eingleisig ausgebaut, sodass erhebliche Warteverluste im Begegnungsverkehr entstehen. Zusätzliche Angebote im Personen- und Güterverkehr sind so kaum zu realisieren.
Obere Jagstbahn
Die Strecke von Aalen nach Crailsheim wartet ebenfalls seit Jahrzehnten auf einen zweigleisigen Ausbau. Sie ist die Verbindung nach Nürnberg zum nächsten östlich gelegenen Bahn-Knotenpunkt von ICE- und internationalen Fernverkehrsstrecken.
Güterverkehr auf die Straße
Während die Bundesstraße 29 ständig vom hohen Schwerverkehrsaufkommen überlastet ist, baut die Bahn Gleise, Anschlüsse und Infrastruktur für den Güterverkehr zurück. Aktuell betrifft dies Anlagen in Aalen, Ellwangen, Jagstzell, Lauchheim und Bopfingen. Gmünd wird das Gelände des Güterbahnhofs bis 2014 überbauen .
Verlieren wir den Intercity?
Der im 2-Stundentakt verkehrende IC Nürnberg -Karlsruhe über Ellwangen-Aalen-Gmünd ist einer der wenigen schnellen Züge, die uns an das Fernbahnnetz anbinden. Mit der Neubaustrecke Ulm-Stuttgart könnte der Intercity über Ulm geführt werden und unsere Region umfahren.
Ostalb 21
Zehntausende von Bahnkunden erwarten endlich einen entschlossenen und effektiven Einsatz unserer Politiker für regionale Belange - Ostalb 21 statt Stuttgart 21!