AKW Gundremmingen


Im schwäbischen Landkreis Günzburg in Bayern steht das AKW Gundremmingen unweit der Landesgrenze zu Baden-Württemberg.

Entfernungen:

Aalen-Gundremmingen 44 km
Heidenheim-Gundremmingen 27km
Schwäbisch Gmünd-Gundremmingen 55 km

 

Das AKW Gundremmingen

ist besonders gefährlich


Mit einer Nettoleistung von 1284 ( Block B ) und
1288 ( Block C ) MW el ist Gundremmingen das größte
AKW Deutschlands.

Bleiben die 8 Alt- und Pannenreaktoren abgeschaltet,
stehen in Gundremmingen die letzten zwei
deutschen Siedewasserreaktoren ( gleicher Typ wie
in Fukushima ).

Von den 784 Brennelementen pro Reaktor sind nach
Erlaubnis der Bayerischen Staatsregierung 300 vom
Typ MOX, welche besonders viel Plutonium enthalten.
Die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen haben
im Unterschied zu Druckwasserreaktoren nur einen
Hauptkreislauf, so dass radioaktiv kontaminierter
Dampf ins Maschinenhaus und an die Turbinen
außerhalb des Reaktorgebäudes kommt. Die Freisetzungsgefahr
von Radioaktivität ist damit erhöht.

Die gefährlichen Abklingbecken für Brennelemente
sind wie in Fukushima außerhalb des Sicherheitsbehälters
angeordnet. Dort lagern über 4000 hochgefährliche
Brennelemente und damit mehr als doppelt
so viele wie in Fukushima.

Die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern
unter fünf Jahren nimmt mit der Nähe zum Reaktorstandort
nach eine Studie des Bundesamtes für
Strahlenschutz deutlich zu. Aus Siedewasserreaktoren
entweicht im Durchschnitt mehr Radioaktivität
über den Kamin und das Abwasserrohr an die Umwelt
als aus Druckwasserreaktoren.

Nur in Gundremmingen laufen noch zwei Reaktoren
an einem Standort, was – wie wir in Fukushima gesehen
haben – bei einem Unfall in einem Reaktor auch
zur Unbetretbarkeit des anderen führen kann.

Ein Risiko für
ganz Süddeutschland

Im Umkreis von nur 50 km um das AKW Gundremmingen
leben 1,5 Mio. Menschen. Dort befinden sich
u. a. die Großstädte Augsburg und Ulm.
Im Umkreis von 100 km leben über 8 Mio. Menschen,
u. a. in den Verdichtungsräumen Stuttgart und
München.
Nach einer Reaktorkatastrophe wären laut »Rahmenempfehlungen
« der Bundesregierung ganze Regionen
langfristig zu evakuieren, im Mittel 300 Kilometer
lang und 50 Kilometer breit, unterschiedlich nach
Windrichtung und – geschwindigkeit.

Deutschlands
größtes Atommülllager

Im AKW Gundremmingen werden jährlich 50.000 kg
Atommüll erzeugt, obwohl eine Endlagerung mit
einer Abschirmung des Mülls von der Biosphäre über
1 Mio. Jahre nicht gewährleistet werden kann.

Zum Stichtag 31.12.2008 lagerte in den Abklingbecken
( Nasslagern ) des AKW Gundremmingen am
meisten hochradioaktiver Atommüll. In allen Nasslagern
Deutschlands waren zu dem Zeitpunkt
10.531 verstrahlte Brennelemente, davon alleine
4.214 in Gundremmingen.

Aus den Nasslagern werden die Brennelemente in
Castoren gefüllt und diese werden in Zwischenlagern
abgestellt.
Im Zwischenlager Gundremmingen ist die Einlagerung
von 192 Castoren bis 2046 genehmigt. Ende
2010 standen 31 mit je 52 verbrauchten Brennelementen.
Jeder Castor birgt ungefähr soviel langdauernde
Radioaktivität wie in Tschernobyl freigesetzt
wurde.

Nach dem Verstrahlen im Reaktor ist ein Brennelement
mehr als eine Milliarde (!) Mal so radioaktiv wie
vor dem Reaktoreinsatz. Tödlich wirkende Stoffe wie
Cäsium 137, Strontium-90 oder Plutonium 239 sind
dann entstanden. Es braucht sogar weit über eine
Million Jahre bis die Radioaktivität wieder auf ein
naturverträgliches Maß abgeklungen ist.

Das Abklingbecken und die Castor-Lagerhalle sind
gegen Einwirkungen von außen, z. B. einen Flugzeugabsturz
und insbesondere gegen Terrorangriffe
nur unzureichend geschützt.

Um die Gefahren aus der Zwischenlagerung zu reduzieren
ist in Deutschland nach wissenschaftlichen
Kriterien der best geeignetste Ort für ein unterirdisches
Endlager demokratisch zu suchen.



Kontakt

BUND Regionalgeschäftsstelle Ostwürttemberg
Gmünder Str.9
73430 Aalen
Telefon: 07361 555 9773

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