Das Jahr 1975 war ein Jahr des Aufbruchs. Damals wuchs die Erkenntnis: Mit isolierten Einzelaktionen zum Schutz bestimmter Tier- und Pflanzenarten oder kleiner Naturreservate erreichst du nicht mehr genug. Der Druck auf Natur und Umwelt war flächendeckend so groß geworden, dass auch Naturschützer gezwungen waren, sich mit grundsätzlichen politischen Fragen auseinanderzusetzen: Mit der Agrarpolitik, der Verkehrspolitik, der Energiepolitik.

Erstmalig beschäftigten wir uns damals mit dem Bundesverkehrswegeplan. In Bonn wurden Autobahnen festgezurrt, die das Verkehrsministerium quasi als Bibel für seine Investitionen betrachtete. Vor Ort hatten wir dann keine Chance mehr, daran irgendetwas zu verändern.

Stichwort Energiepolitik: In den 70er Jahren begann die Zeit der Anti-Atom-Bewegung, in Wyhl und Brokdorf. Auch hier standen wir vor Ort anfangs auf verlorenem Posten.

Oder die Agrarpolitik: Die Bauern waren schon damals Wachstumszwängen ausgesetzt, die sie selbst nicht beeinflussen konnten. Zur Erkenntnis, hier künftig bundesweit agieren zu müssen, kam eine intensive wachstumskritische Debatte. In dieser Zeit ist der BUND entstanden.

Zwei Wurzeln hatte der neu gegründete BUND 1975: den klassischen Naturschutz und den kämpferischen Umweltschutz der Bürgerinitiativen, die sich damals überall bildeten. Wir waren angetreten, beides zu verknüpfen. Unterstrichen wurde dieses Anliegen dadurch, dass eine ganze Reihe von Gründungsmitgliedern nicht aus dem Naturschutz kam, sondern aus der Energiepolitik, der Medizin und anderen umweltrelevanten Bereichen.

Und wir brauchten einen finanziell und politisch unabhängigen Naturschutzverband, der eindeutig Position bezog. Im deutschen Naturschutzring war damals noch die organisierte konventionelle Jägerschaft vertreten, was regelmäßig zu lähmenden Diskussionen und erzwungenen Kompromissen führte. Die Gründung der neuen Organisation wurde intensiv vorbereitet - der BUND wurde aus der Taufe gehoben.

Mit der wachsenden Mitgliederzahl bildeten sich wenige Jahre später auch im Ostalbkreis und dem Landkreis Heidenheim die ersten BUND Ortsverbände, erst Mitte der 80er Jahre gab es den ersten in Teilzeit angestellten Regionalgeschäftsführer als Bindeglied zum BUND Landesverband und zur Unterstützung der Arbeit in der Region. 



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