Regionalverband Ostwürttemberg
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Über 3500 Unterschriften gegen Kahlschlag für Sommerrodelbahn

Nach 10 Wochen teilweise heftiger Diskussionen und einem erfolgreichen Bürgerbegehren zog die Schwäbisch Gmünder Stadtverwaltung die Notbremse. Der Gemeinderat begrub die Pläne für eine Sommerrodelbahn durch den Taubentalwald.

Bei Themen, die alle Mitglieder einer Gemeinde angehen und die im Entscheidungsbereich der Gemeinde liegen, ist nicht nur der Gemeinderat gefragt. Auch die Bürgerinnen und Bürger können auf ihre eigene Initiative oder die des Gemeindesrates hin mit einem sogenannten Bürgerentscheid selbst abstimmen. Um einen Bürgerentscheid durch die Bürgerschaft zu erwirken bedarf es zunächst eines Bürgerbegehrens.

Freizeit mit der Natur - Rettet den Taubentalwald!

Im Rahmen der Pläne für die Landesgartenschau 2014 in Gmünd kam die Idee auf, den erwarteten Besucher*innen eine zusätzliche Attraktion in Form einer dauerhaften Sommerrodelbahn durch den stadtnahen Taubentalwald anzubieten. Die Lage schien ideal: In direkter Nachbarschaft zum Bahnhof und gleichzeitig in kurzer Entfernung zum Stadtzentrum könnte sich die Bahn auf Stelzen gut in den Wald „einschmiegen“. Sie sollte das historische Stadtgebiet mit dem Landschaftspark Wetzgau verbinden. Ein Investor, der bereit war bis zu zwei Millionen Euro dafür zu zahlen, war schnell gefunden.

Der Taubentalwald ist durch seine Vielfalt von Lebensräumen seit Generationen ein grüner Erlebnis- und Lernort für die örtliche Bevölkerung. Naturschützer von BUND und NABU, die touristische Attraktionen wie einen Waldentdeckersteg oder einen Hochseilgarten noch hatten mittragen können, sperrten sich gegen ein weiteres Projekt in einem bisher unberührten Teil des Waldes. Sie sehen das Taubental als forstliches, landschaftliches und ökologisches Kleinod mit u.a. 35 Brutvogelarten, die auf die Geräuschkulisse empfindlich reagieren würden. Nach 10 Wochen teilweise heftiger Diskussionen und einem erfolgreichen Bürgerbegehren (3.500 Unterschriften) zog die Stadtverwaltung die Notbremse: Das Risiko eines drohenden Bürgerentscheids als Schatten auf der Landesgartenschau schien zu hoch.

Einer der beiden Gewährsleute des Bürgerbegehrens war der damalige BUND Regionalgeschäftsführer Andreas Mooslehner, der die Akteure erfolgreich vernetzte.

Unterschriftenliste

Kein Blick für die Natur- in zwei Minuten im Tal

Bild: Stefan Scheer, Alpine Coaster Trapper Slider, Fort Fun Abenteuerland, Germany, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

Biotopzerstörung inklusive

Taubental Buch

Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd:
Taubental Nepperberg – Das Taubental mit Lindenfirst und der Nepperberg mit St. Salvator - eine schützenswerte Erholungslandschaft bei Schwäbisch Gmünd
Einhorn Verlag

 

Erfolgsfaktor Vernetzung

Der BUND als Anwalt der Natur kann auf örtlicher Ebene Akteure gut vernetzen und zum Erfolg von Bürgerbegehren beitragen

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