Regionalverband Ostwürttemberg
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Streuobst Aufpreisvermarktungsprojekt

Beginnend mit dem Jahr 1989 startete der BUND ein eigenes Aufpreisvermarktungsprojekt für regionalen Apfelsaft, der vor allem an Mitglieder abgegeben wurde. Später entstand daraus ein Kooperationsprojekt mit vier Mostereien.

Der BUND als Initiator des Regionalvermarktungprojektes Ostalb Apfelsaft

Diese Seite dient der Dokumentation des Projektes Ostalb-Apfelsaft, das inzwischen von mehreren Mostereien selbständig ohne BUND Beteiligung weitergeführt wird.

Ostalb Apfelsaft rettet Streuobstwiesen


Traurig, aber wahr: Obwohl die Deutschen Weltmeister im Safttrinken sind, sterben die Streuobstwiesen vor ihrer Haustür. Von den rund 600.000 Obstbäumen, die vor 30 Jahren im Ostalbkreis gezählt wurden, ist schon ein Drittel der Motorsäge zum Opfer gefallen. Niedrige Weltmarktpreise für Apfelsaftkonzentrat sind dafür verantwortlich, daß auch die Obsternte zwischen Lorch und Neresheim so wenig einbringt, daß die Bewirtschaftung kaum noch lohnt, der nötige Baumschnitt und Nachpflanzungen oftmals unterbleiben. Ein breites Bündnis verschiedener Vereine, Institutionen und Mostereien hat sich 1997 dieser Entwicklung entgegengestellt und den "Ostalb Apfelsaft" aus der Taufe gehoben.

 

Der Premiumsaft wird in klarer und naturtrüber Qualität in Pfandflaschen von vier alteingesessenen Mostereien in Aalen, Westhausen, Abtsgmünd und Weißenstein mit gemeinsamen Etikett produziert. Durch die Mitarbeit verschiedener regionaler Brauereien wird auch ein Apfelsaftschorle in naturtrüber und klarer Qualität angeboten

 

In den Anfangsjahren des Projektes kontrollierte der BUND  die Bestände der Lieferanten und veranlasste die Analyse von Blatt- und Fruchtsaftproben zur Sicherung des hohen Qualitätsstandards. Heute ist die Verantwortung an die erzeugenden Mostereien abgegeben.

Am Beispiel des Ostalb Apfelsaftes lässt sich unmittelbar nachvollziehen, welchen Einfluss das Verbraucherverhalten auf das Gesicht unserer Landschaft hat. Jeder einzelne kann an der Ladentheke oder Gastwirtschaft seinen Beitrag zur Erhaltung eines der schönsten Naturschätze des Ostalbkreises leisten.

Die drei Säulen des Ostalb Apfelsaftes

1.Kontrollierte Herkunft

Ausschließlich Obst von Erzeugern aus dem Ostalbkreis mit überwiegendem Hochstammbestand wird angenommen, es wird ein langfristiger Vertrag mit einer Mosterei geschlossen und eine von der Baumzahl abhängige Mindestabnahmemenge garantiert für baumreife, unverdorbene Äpfel. 

2.Kontrollierte Qualität

Die Verpflichtung jedes Erzeuger, ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger zu wirtschaften wird durch die Analyse von Blättern stichprobenartig überprüft.

Der Apfelsaft wird als Direktsaft abgefüllt und ohne rückverdünnte Konzentrate hergestellt. S

 

3.Aufpreisvermarktung

Die registrierten Obsterzeuger erhalten einen Aufpreis auf den Tagesannahmepreis.

Historisches

Bis in die Nachkriegsjahre waren viele Gemeinden im Ostalbkreis von Streuobstwiesen umgeben. Heute sind die siedlungsnahen Bestände durch das rasche Bevölkerungswachstum und der Ausweisung neuer Baugebiete fast vollständig vernichtet.

Zur Situation des Obstbaus im Raum Aalen Mitte des 19. Jahrhunderts nach den Oberamtbeschreibungen:

Die Obstzucht ist im Allgemeinen im Zunehmen und wird von mancher Seite gepflegt; nur ist sie in einem großen Theil des Bezirks, namentlich auf den höher gelegenen Gegenden, theils wegen des naßkalten Untergrundes, theils wegen der häufigen starken Winde nicht wohl empor zu bringen. Auch in den Thälern, wie bei Abtsgmünd, schaden außer dem Nebel die Spätfröste der Aufzucht von jungen Bäumen. In einzelnen Orten und Lagen gibt es schöne Obstgärten wie in Hohenstadt, Neubronn, Aalen, Schnaitberg, Fachsenfeld, Essingen.
Seit neuerer Zeit bestehen Baumschulen in Essingen, Neubronn, Hohenstadt, die aber den Bedarf an Obstbäumen noch lange nicht abgeben, so daß Bäume von Hohenheim, Eßlingen und von umherziehenden Händlern gekauft werden müssen.
Uebrigens stehen dem Emporkommen der Obstzucht als äußeres Hinderniß häufiger Obstdiebstahl und das Bäumeverderben im Wege. Beides Hindernisse, welche zu beseitigen die Feldpolizei ebensowohl im sittlichen , als auch im wirtschaftlichen Interesse der Einwohner sich angelegen sehn lassen sollte.
Es werden hauptsächlich folgende Mostsorten gepflanzt, und zwar von Aepfeln: Luiken, Fleiner, Breitling, ; von Birnen: die Bratbirne, Wasserbirne, Knausbirne, Kronbirne, und Wadelbirne; von Steinobst: die Zwetschgen.
Die Straßen werden meistens mit Obstbäumen bepflanzt, übrigens haben sie bis jetzt kein richtiges gedeihen. Ebenso ist man dauf bedacht, die Allmandtheile nach und nach mit Obstbäumen zu bepflanzen

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