Regionalverband Ostwürttemberg
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Neue Entwicklungen im Fall Kobeleshof

03. August 2026 | Massentierhaltung, BUND

Der Kobeleshof hat wieder seine Genehmigung zur Erweiterung seines Kuhstalls vom Landratsamt erhalten.

Seit Jahren beschäftigt sich der BUND Ostwürttemberg mit dem Kobeleshof. Nun gibt es neue Entwicklungen! 

Im Kern geht es um die Erweiterung eines Viehstalls trotz stark überschrittener Nitratgrenzwerte in der Fläche sowie im Grundwasser. Hierbei erteilte das Landratsamt Ostalbkreis ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung das Bauvorhaben. 2023 sowie 2025 entschieden das Verwaltungsgericht Stuttgart sowie im Anschluss der Verwaltungsgerichtshof Mannheim das Vorhaben als rechtswidrig. “Die Gerichte stellen klar: Der Ostalbkreis hat in seinen Prüfungen die Nitrat-Grenzwertüberschreitungen unterschlagen. Er hat mögliche zusätzliche Schadstoffeinträge in das Grundwasser durch die Anlage nicht betrachtet und bis zum Abschluss der gerichtlichen Verfahren keinerlei fachliche Stellungnahme eingeholt. Das wasserrechtliche Verschlechterungsverbot als zwingende Vorgabe für jedes Zulassungsverfahren untersagt grundsätzlich das erstmalige Überschreiten des Nitrat-Grenzwerts und jede weitere Verschlechterung bei bereits überschrittenem Grenzwert. Ob eine Stickstoff emittierende Anlage zu einer Verschlechterung des Grundwassers führen kann, muss durch fachliche Abschätzung geklärt werden.” (Andreas Mooslehner, 13.02.2026)

Ende Juni 2026 wurden wir vom BUND Ellwangen darauf hingewiesen, dass die Genehmigung der Stallerweiterung nun doch erteilt worden sei. Sogleich haben wir - Werner Gottstein & Anneke Hauser - uns an den auch zuvor involvierten Rechtsanwalt Karsten Sommer gewandt und eine Prüfung erbeten. Die Rückmeldung war ernüchternd: Die Genehmigung wurde vom Landratsamt erteilt und ist vorerst rechtsgültig! Kurz zusammengefasst: Das Landratsamt schätze den Nitrateintrag durch die Luft als geringfügig ein, wodurch eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht notwendig sei. Damit wurde die fachliche Abschätzung des erwartbaren Nitrateintrages hausintern bearbeitet und die vollständige Prüfung des Nitrateintragen läge nun vor. 

Nach Abstimmung mit dem BUND-BW Landesvorstand  haben wir uns entschieden, diese Entwicklungen nicht einfach so hinzunehmen. Am 13.07.2026 ging der formale Widerspruch im Landratsamt ein. Dieser ist mit einer Akteneinsicht, der juristischer Evaluierung dessen sowie ggf. benötigter Gutachtenerstellungen verbunden. Um dies auch finanziell unverzüglich möglich machen zu können, konnten wir Mittel aus dem BUND-BW Mittelfond erhalten. 

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen die angeforderten Unterlagen vor und sind nach Auffassung des Rechtsanwalts sehr kritisch zu bewerten - oder in den Worten von Werner Gottstein: “wieder einmal sehr hanebüchen”. Folgen werden nun ein Gutachten sowie das Anfordern von Unterlagen im Wasserwirtschaftsamt. Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir weiterhin die Erweiterung des Viehstalls zu verhindern. Da die Genehmigung nun erteilt ist, könnte der Baustart jederzeit beginnen. Sollten Ortsansässige in Ellwangen bauliche Entwicklungen erkennen, so meldet euch bitte alsbald bei uns, sodass wir gegenwirken können. Herzlichen Dank!    

Sollte es zu einem erneuten Klageverfahren kommen, startet es wieder beim Verwaltungsgericht Stuttgart. Um ein solches realisieren zu können, benötigen wir wieder umfassende Spenden! Ohne eure Unterstützung kann der Regionalverband allein ein Klageverfahren nicht finanzieren. Der Fond des BUND-BW kann hierzu nicht in Anspruch genommen werden. Sollte es hierzu kommen, so werden wir uns nicht nur an die BUND-Mitglieder sondern im Rahmen eines umfassenden Crowd-Fundings an Naturschützer*innen werden. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Ob es zur Klage kommt oder auch nicht - DU hast Interesse am Fall Kobeleshof und möchtest tatkräftig unterstützen? Dann melde dich! 

Werner Gottstein & Anneke Hauser 

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