Video von der Fahrraddemo 2025 auf der B19 von Aalen und Heidenheim nach Oberkochen
Der Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim soll die zunehmenden Verkehrsprobleme lösen, die im Einzugsbereich des Industriegebiets Oberkochen entstanden sind. Es ist schon die zweite Fahrrad-Demo von Umweltgruppen. Die alten Denkmuster der Förderung des Individualverkehrs sind noch virulent, obwohl der Mobilitätspakt versichert, (Zitat aus der Homepage): „[Es] werden Verbesserungsmaßnahmen in den Bereichen öffentliche Verkehrsmittel, Rad- und Fußverkehr sowie betriebliches Mobilitätsmanagement entwickelt.“ Essenziell sei dabei eine gute Vernetzung der Verkehrsmittel. Die Umweltgruppen empfinden das Fahrrad und die Schiene als benachteiligt. Das Video zeigt Live Aufnahmen vom 27.09.2025
Rückblick: Fahrrad-Demonstration auf der B19 am 27.September 2025
Am Samstag, den 27.September 2025 wurde die B19 zwischen Aalen und Heidenheim für unsere Fahrrad-Demonstration gesperrt. Aufgrund des Bundesliga Heimspiels in Heidenheim hat sich unsere Veranstaltung verschoben. Startpunkte waren um 15.15 Uhr an den Rathäusern in Aalen und Heidenheim. Setzen Sie mit uns gemeinsam ein Zeichen für eine klimafreundliche Mobilität von morgen!
Von Aalen und Heideheim starten wir zeitgleich und treffen uns am Rathaus Oberkochen zu einer gemeinsamen Kundgebung.
Zurück geht es auf Nebenstrecken.
Mehrere Gruppen rufen am Samstag, den 27. September zu einer angemeldeten Fahrrad-Demonstration für die Mobilitätswende zwischen Aalen und Heidenheim auf.
Zwei Fahrrad-Demonstrationszüge treffen sich jeweils gegen 15:15 Uhr in Aalen und Heidenheim vor dem Rathaus und starten kurz später zu einer Fahrt über die B19 in Richtung Oberkochen. Dort ist für 16:30 Uhr eine gemeinsame Kundgebung ebenfalls vor dem Rathaus (Eugen-Bolz-Platz) geplant. Für die Aalener erfolgt die Rückfahrt über Nebenstrecken, für die Heidenheimer endet die Veranstaltung in Oberkochen. Organisiert wird die Demonstration vom BUND Ostwürttemberg, dem VCD Heidenheim, dem ADFC und dem Klimaentscheid Aalen. Fridays for Future und der DGB rufen mit auf und unterstützen die Veranstaltung. Weitere Informationen zum Ablauf, dem geplanten Streckenverlauf und den Forderungen findet Interessierte auf der Seite des BUND Ostwürttemberg.
„Im November wird der Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim wohl erneuert werden und alle freuen sich über die Finanzierungszusagen des Landes für die Elektrifizierung der Brenzbahn, doch außer Planungen und einem Mitfahrer-Netzwerk PENDLA, das noch nicht mal die Mitarbeiter des Landratsamts kennen, ist noch nicht viel zu sehen", meint Andreas Wenzel, einer der beiden Regionalgeschäftsführer des BUND Ostwürttemberg.
„Der Verkehr im Brenz- und Kocher-Tal zwischen Aalen und Heidenheim nimmt immer noch zu. Nach derzeitiger Planung werden zur ‚Lösung’ des Problems nur die Straßen weiter ausgebaut, was jedoch den Individualverkehr insgesamt steigert und die Probleme nur verlagert bzw. sogar noch vergrößert. Das finden wir falsch, weil so die Klimaschutzziele verfehlt werden. Wir wollen, dass ÖPNV, Brenzbahn und Radwege ausgebaut werden, wie im ,,Mobilitätspakt" anfangs angesprochen und erwünscht.“ sagt Sebastian Hyneck, Kreisvorsitzender des VCD Heidenheim.
Susanne Garreis vom ADFC ergänzt: „Unsere Botschaft ist klar: Radfahren muss für alle möglich, sicher, komfortabel und selbstverständlich sein. Denn: Tag für Tag müssen wir uns die wenigen Fahrradstraßen mit Autofahrenden teilen oder werden auf die Fußwege gedrängt. Große Straßen wie die B19 und B29 sind dagegen dem Autoverkehr allein vorbehalten. Aber einmal im Jahr demonstrieren wir genau dort für mehr Platz für uns Radfahrende. Wir erleben, wie unsere Mobilität aussehen könnte, wenn sie sich an den Menschen orientiert – und nicht nur am Auto.“
Jenseits politischer Forderungen freut sich das Organisationsteam darauf „völlig legal, sicher und ganz in Ruhe auf der B19 zu radeln zu können". „Auch um Unfälle zu vermeiden werden wir in gemäßigtem Tempo fahren" erklärt Andreas Mooslehner. Das Thema Sicherheit ist den Organisierenden auch sonst sehr wichtig. So sollen möglichst alle Teilnehmenden Fahrradhelme tragen. Im vergangenen Jahr hatte der BUND eine Demonstration auf der B29 zwischen Aalen und Gmünd organisiert und 2023 auf der B19 mit fast der gleichen Strecke ebenfalls zwischen Aalen und Heidenheim mit einer Kundgebung in Oberkochen.
Rückblick: Demonstration 2023
Fahrrad Demonstration auf der B19 im Jahr 2023
280 Menschen demonstrierten am Sonntag, den 25. Juni 2023 auf der B19
Wir lassen es rollen für eine Mobilitätswende!
Am Sonntag, den 25.Juni 2023 wurde die B19 zwischen Aalen und Heidenheim für unsere Fahrrad-Demonstration gesperrt. Gemeinsam haben wir ein Zeichen für eine klimafreundliche Mobilität von morgen gesetzt!
Von Aalen und Heideheim starteten wir zeitgleich. 280 Radler, darunter auch Kinder, trafen sich beim geplanten Millionen-Euro-Turbo Kreisel bei Oberkochen Süd zu einer gemeinsamen Kundgebung. Der Rückweg erfolgte über Nebenstrecken mit Zwischenkundgebungen in Aalen-Unterkochen und Königsbronn. Wir wurden professionell und freundlich von der Polizei begleitet.
Die Planungen für einen Radschnellweg zwischen Aalen und Heidenheim stecken fest. Ein zentrales Klimaschutzziel der Landesregierungist in unserer autozentrierten Region in weiter Ferne: : Bis 2030 sollen Bürgerinnen und Bürger jeden zweiten Weg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen.
Dazu brauchen wir nicht nur in den Kommunen ein gutes und sicheres Radwegenetz für Alltagsradler, sondern auch schnelle regionale Radwegverbindungen abseits der verschlungenen touristischen Wege.
Die "Leichtigkeit und Schnelligkeit" des Autoverkehrs steht auch zwischen Aalen und Heidenheim noch immer an erster Stelle.
Der Verkehr ist das Sorgenkind des Klimaschutzes. In den letzten Jahrzehnten wurden in diesem Sektor so gut wie keine Erfolge zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen erreicht, weil Bundesregierung, Land und Kommunen zwar schöne Sonntagsreden über Klimaschutz und Nachhaltigkeit halten, aber eine Mobilitätswende immer weiter aufschieben.
Während hunderte von Millionen Euro aktuell in unserer Region in den (Aus)Bau und die Planung von Bundesstraßen fliessen, fristet der Umweltverbund ( die Fortbewegung zu Fuß, per Fahrrad oder mit Bahnen und Bussen) weiterhin ein Schattendasein.
Video der Schwäbischen Post vom 25.6.23
über den Aalener Demonstrationszug
ADFC Video Für gleichberechtigte Mobilität – Große Fahrrad-Demo zum Zeiss-Kreisel Oberkochen
SWR Aktuell Bericht vom 25.Juni 2023
über den Heidenheimer Demonstrationszug
Ausbau der Brenzbahn
Die unendliche Geschichte
Der Ausbau der Brenzbahn und die überfällige Elektrifizierung kommen nicht voran.
Für rund 72 Kilometer Strecke steht seit Jahrzehnten ein zweispuriger Ausbau und eine Elektrifizierung an, um eine Taktverdichtung, neue Bahnhalte und eine Nutzungsintensivierung für den Schienengüterverkehr zu ermöglichen.
Paket I: Ausbauplanungen für stündlichen IRE, Verlängerung der Linie Ulm - Langenau bis Sontheim/Brenz, mindestens zur Hauptverkehrszeit.
Paket II: Halbstundentakt zwischen Heidenheim und Aalen zusätzlich zum stündlichen IRE und neuer Haltepunkt Oberkochen Süd und Aalen Süd.
Paket III: Elektrifizierung der gesamten Strecke.
Güter auf die Bahn: Nachdem in den letzten Jahrzehnten fast alle regionalen Güterbahnhöfe aufgelöst und überbaut wurden, muss Platz für neue Infrastruktur gefunden werden. Der Regionalplanentwurf 2035 schlägt lokale Railports entlang der Brenzbahn bei Aalen- Unterkochen, Oberkochen, Heidenheim-Mergelstetten und Hermaringen vor. Unternehmen, die ihre Materialien und Produkte auf der Schiene transportieren möchten und nicht über einen eigenen Gleisanschluss verfügen, können damit die Abholung und Zustellung „auf der letzten Meile“ sicherstellen.
Wir sind der "alternative Mobilitätspakt"
Die sogenannten "Mobilitätspakte" in Baden-Württemberg sollen Lösungen für stark vom Verkehr belastete Regionen erarbeiten. Politik und Wirtschaft sitzen exklusiv zusammen an einem Tisch - Zivilgesellschaftliche Organisationen bleiben aussen vor und dürfen allenfalls Anregungen in den Prozess einspeisen.
Gemeinsam ergreifen wir daher die Initiative zu dieser Demonstration:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.
Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC)
Fridays for Future
Klimaentscheid Aalen
Solar Mobil Heidenheim
Deutscher Gewerkschaftsbund DGB
Ziel des Landes ist es "klimafreundliche Lösungen für den Verkehr" zu suchen und umzusetzen - doch wie kann das gelingen wenn straßenbaufixierte Akteure zusammensitzen und die Umsetzung von Maßnahmen priorisieren und steuern?
Im Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim sind aktiv: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg - Regierungspräsidium Stuttgart - Landkreis Heidenheim - Ostalbkreis - Stadt Heidenheim - Stadt Aalen - Stadt Oberkochen - Gemeinde Königsbronn - Carl Zeiss AG Voith GmbH & Co. KG - Paul Hartmann AG - Hochschule Aalen - Regionalverband Ostwürttemberg - IHK Ostwürttemberg - Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH.
Es wurde ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, das auch viele sinnvolle Projekte im Sinne einer Mobilitätswende beinhaltet. Während diese aus unserer Sicht nur halbherzig verfolgt werden, befeuern die lokale Politik und Wirtschaft Straßenbau-Maßnahmen wie die B29a Albaufstiegstrasse Unterkochen-Ebnat sowie der B19 Kreisel bei Oberkochen und somit das weitere Wachstum des Auto- und Güterverkehr auf der Straße.
Radschnellwege:Potenzial unterschätzt
Vom Land geförderte Radschnellwege sollen mindestens vier Meter breit sein und kreuzungsfrei geführt werden sowie ein Mindestpotenzial des Radverkehrs erwarten lassen: 2000 Radfahrten in 24 Stunden sollen es sein.
Eine Potenzialstudie des Ostalbkreises erwartet auf der Strecke zwischen Aalen und Oberkochen 810 Radfahrende im Berufsverkehr sowie 810 Radfahrende im Freizeitverkehr in 24 Stunden, auf dem Teilstück Oberkochen-Heidenheim zwischen 600 bis 800 Radfahrenden.
Aus unserer Sicht unterschätzt man die Entwicklungsmöglichkeiten bei einer konsequenten Bevorzugung des Umweltverbundes: Das Kocher / Brenztal mit einer Vielzahl von erreichbaren Arbeitsplätzen in einer idealen Fahrradentfernung sowohl von Aalen als auch von Heidenheim aus bietet ideale Voraussetzungen.
Welche Entwicklung müsste der Verkehrsbereich für einen erfolgreichen Klimaschutz nehmen?
Im Motorisierten Individualverkehr (MIV) werden die Fahrleistungen durch eine Verkehrs-verlagerung auf den Umweltverbund und Verkehrsvermeidung bis 2040 um 38 % gegenüber 2019 sinken. In absoluten Zahlen bedeutet das eine Reduktion um 30,7 Mrd. Fahrzeugkilometer (Fzg-km). Zeitgleich findet eine starke Elektrifizierung der Fahrzeugflotte statt: Bis 2030 wird sich der Neuzulassungsanteil von Elektrofahrzeugen auf 100 % erhöhen, so dass dann 34 % der Fahrleistung im MIV elektrisch erbracht wird. In 2040 sind nur noch marginale Mengen an Verbrennern in der Pkw-Flotte enthalten.
Für die weiteren Verkehrsmittel wurden folgende Annahmen getroffen:
• Die Fahrleistungen mit Bussen im öffentlichen Straßenverkehr (ÖSPV) verdreifachen sich zwischen 2019 und 2040. In 2030 wird der halbe, in 2040 der komplette ÖSPV mit Elektrobussen erbracht.
• Die Verkehrsleistung im Schienenverkehr steigt zwischen 2019 und 2040 beim Personenverkehr um 141 %, im Güterverkehr um 54 %. Im Schienenverkehr werden in 2040 nahezu alle Verkehrsleistungen elektrisch erbracht.
Zitate aus: Forschungsvorhaben Sektorziele 2030 und klimaneutrales Baden-Württemberg 2040
B19-Kreisel ist ein „Faules Ei“
Der bei Oberkochen-Süd geplante Mega-Kreisel zu beiden Seiten der B19 wird rund 15-Millionen Euro kosten. Er wird als Ergebnis des Mobilitätspaktes Aalen-Heidenheim präsentiert, der sich die umweltfreundliche, nachhaltige, klimasichere Zukunft des Verkehrs zwischen Aalen und Heidenheim zum Ziel gesetzt hatte.
Mit unserer gemeinsamen Kundgebung an diesem Ort protestieren wir gegen diese unsinnige Planung.
Wie erfolgreich sind die Kommunen bei der Verkehrswende?
Ein verlässlicher Indikator ist die Entwicklung Zahl der PKWs pro 1000 Einwohner. Wir haben die Zahlen der amtlichen Statistik visualisiert. Rote Symbole bedeuten eine steigenden Tendenz, orange Symbole eine fallende Tendenz. Beispiel zum Verständnis: In Aalen ist die Zahl der PKWs pro tausend Einwohner binnen eines Jahres von 622 auf 632 gestiegen, das bedeutet einwohnerunabhängig 680 Autos mehr in der Stadt (bei 68000 Einwohnern)
Ein Klick auf Symbole zeigt die Entwicklung der Jahresdaten
Quelle: Tabelle Datenabruf Statistisches Landesamt BW