Regionalverband Ostwürttemberg

Tierhaltung muss Grenzen kennen

Megaställe auch in unserer Region: Der Kobeleshof plant, Tierbestand von 772 auf 1313 Rinderplätze zu erhöhen, sowie statt 116 Kälber 171 zu halten. Dies gefährdet das Grundwasser, die Artenvielfalt sowie den Fortbestand bäuerlicher Familienbetriebe

Der größte Milchviehstall in Baden-Württemberg soll auf der Ostalb entstehen

Eine Erweiterung auf 1313 Kühe plus Nachzucht wurde beantragt

Die deutsche und europäische Agrarpolitik wirkt sich für bäuerliche Familienbetriebe und Artenvielfalt gleichermaßen zerstörerisch aus.
In Baden-Württemberg nahm die Zahl der Landwirte von 1971-2016 um 78 % ab. Auch die Zahl der Insekten sank rapide  um 75%  ( Zählungen in Schutzgebieten 1989-2014). Deshalb setzt sich der BUND für eine Agrarwende im Interesse von Mensch und Natur ein.

Der Ostalbkreis gehört seit langem zu den Kreisen in Baden-Württemberg mit einer hohen Tierhaltungsdichte. Besonders hier im Grenzgebiet zu Bayern gibt es die Tendenz zu immer größeren Ställen. Die Konkurrenz um aufgrund ausufernder Siedlungs- und Verkehrsflächen immer weiter schwindende Agrarflächen setzt in Verbindung mit stagnierenden oder sinkenden Erzeugerpreisen immer mehr Landwirtsfamilien unter Druck.

Wenn für steigende Tierbestände weniger Flächen zur Futtermittelerzeugung und Gülleausbrigung zur Verfügung stehen, führt dies unweigerlich zu einer Intensivierung der Bewirtschaftung mit erhöhten Belastungen mit Pestiziden und einer Gefährdung des Grundwassers. Aus vormals artenreichen Wiesen werden in wenigen Jahren durch die Einsaat von Hochleistungsgräsern und regelmäßige Gülleausbringung artenarme Flächen. Offenlandbiotope, Fließ und Stillgewässer leiden zunehmend unter dieser Entwicklung.

Der BUND Landesverband Baden-Württemberg  hat sich daher, unterstützt von einem regionalen Bündnis gegen Massentierhaltung, entschlossen gegen das landesweit größte vom Kobeleshof bei Ellwangen beantragte Genehmigungsverfahren für Erweiterung auf 1313 Kühe plus Nachzucht Widerspruch und ggf. auch Klage zu führen.

Agraratlas 2019 Bartz/Stockmar, CC BY 4.0

Wachsen, wachsen, wachsen!

Die Geschichte des Verfahrens

In den letzten 12 Jahren (2008-2020) nahm die Anzahl der Betriebe mit Milchkuhhaltung im Ostalbkreis um 502  auf 712 ab, dabei nahm die Zahl der Milchkühe lediglich von 29.538 auf 27.323 ab, deren Milchproduktivität ständig gesteigert wurde.(Zahlen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

 

Die Gründung von Megaställen beschleunigt diese Entwicklung und führt zur Aufgabe vieler bäuerlicher Familienbetriebe. 

Im Jahr 2014 wurde erstmals eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erteilt als der Kobeleshof  auf mehr als 600 Rinder erweiterte.

Ein Jahr später wurde der Antrag für die Einrichtung eines Megastalles mit 1500 Milchkühen und ingesamt bis zu 2500 Tierplätzen in einem Sondergebiet gestellt und nach heftigem Widerstand von unserem Aktionsbündnis  Anfang 2016 zurückgezogen worden.

Am 20.03.2020 hat das  Landratsamt Ostalbkreis in einem vereinfachten Verfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung die immissionschutzrechtliche und baurechtliche Genehmigung erteilt, den Tierbestand des Kobelshofes der Familie Zwick von 772 auf 1313 Rinderplätze zu erhöhen, sowie statt 116 Kälber 171 zu halten, die entsprechenden Stallungen zu bauen,  das Güllelager von 10 490m³ auf 19 739m³ zu erweitern und ein neues Fahrsilo, eine Festmistplatte und eine Schmutzwassergrube zu bauen.

Das Landratsamt Ostalbkreis hat im Rahmen der immissionschutzrechtlichen Genehmigung eine nach Ansicht des BUND völlig unzureichende UVP-Vorprüfung  durchgeführt und kam zu dem Schluss, dass von dem dann größten Rinderstall Baden-Württembergs  „keine erheblichen negativen Umweltauswirkungen zu erwarten sind“  und dass deshalb keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen ist.

Der Kobeleshof liegt inmitten einer Rodungsinsel im Trinkwasserschutzgebiet unweit des Landschaftsschutzgebietes Rotenbachtal-Sekretärweiher Bild: Hans-Peter Horn

Verlust von landwirtschaftlicher Fläche

Bild: Andreas Mooslehner

Die Stadt Ellwangen gehört zu den Kommunen mit den größten Verlusten landwirtschaftlicher Fläche in der Region. Jährlich nimmt die Siedlungs- und Verkehrsfläche der Stadt im Durchschnitt um 20,55 Hektar zu.
Zwischen 2007 bis 2017 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Ellwangen laut Statistischen Landesamt um 2.903 auf 12.653 gestiegen, der Bedarf an Wohngebieten und Gewerbeflächen ist ungebrochen.
Seit dem Jahr 2000 sind den Landwirten 411 Hektar zur Bewirtschaftung entzogen worden.

www.statistik-bw.de/BevoelkGebiet/GebietFlaeche/01515310.tab

Besitzer von Ackerland oder Grünland in Ortsrandlagen oder in der Nähe von Gewerbe- und Industriegebieten auf der Gemarkungsfläche spekulieren darauf, dass die Flächen irgendwann zu Bauland werden und sich dann gut verkaufen lassen. Pachtverträge werden deshalb nur mit geringer Laufzeit vereinbart.

Aktuell wird im dem Vorhabenstandort benachbarten Ellwanger Ortsteil Eggenrot das Baugebiet Traubfeld mit 20 Bauplätzen erschlossen, die landwirtschaftlich genutzte Grünlandfläche geht verloren, weitere Verluste entstehend durch geplante Ortsumfahrungen entlang der L1060.

 

Gülleausbringung in Deutschland

Industrielle Tierhaltung und Gülleausbringung

Bild: Peter Kuch

Das bedeutet im Umkehrschluss bei unverändert hohem Tierbestand eine Intensivierung der Bewirtschaftung der schwindenden landwirtschaftlichen Flächen sowie eine Verbringung großer Güllemengen in weiter entfernte Gebiete.
Die Folge ist eine weitere Überdüngung der landwirtschaftlichen Flächen, durch Ausbringung von zu viel Gülle / ha. Die Überdüngung rührt vom zu hohen Viehbesitz / Hektar und Zuführung von Futtermitteln von externen, nicht hofeigenen Flächen. Durch die Überdüngung der Flächen folgt die erhebliche Gefährdung des Grund- und Trinkwassers. Im Umfeld des Kobeleshofes ist der industrielle Prozess der Gülleausbringung jetzt schon zu beobachten.

Große Silotankwagen übernehmen dabei die Verteilung der Gülle auf weit entfernte Flächen, deren Besitzer sich durch Gülleabnahmeverträge gebunden haben.  

Auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist zu ersehen, dass es jetzt schon im Großraum Ellwangen einen hohen relativen Stickstoff-Überschuss der Hoftorbilanz bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche gibt. Diese Problematik wird durch die massive Erweiterung der Rinderhaltung in noch größerem industriellem Maßstab weiter verschärft.

Der Kobeleshof liegt in einem Wasserschutzgebiet. Unmittelbar an der Hofstelle sowie in 10 km Entfernung vom Kobeleshof findet sich Nitratgebiete nach §13 DüV für die starke Restriktionen für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger bestehen. Der Grundwasserkörper ist hier bereits stark gefährdet, die Qualität des gewonnenen Trinkwassers beeinträchtigt.

Durch die wesentliche Aufstockung des Tierbestandes am Standort Hintersteinbühl droht weiterer dramatischer Verlust von Artenvielfalt. Im Umfeld intensiver, industriell geführter Landwirtschaft ist zu beobachten dass artenreiche Glatthaferwiesen verschwinden und stark gedüngte artenarme Weidelgraswiesen mit trockenheitsresistenten Hochleistungsgräsern an ihre Stelle treten, die häufig gemäht werden und für Insekten fast nicht nutzbar sind. Das ist ein unmittelbares Ergebnis des hohen Nutztierbestandes im Ostalbkreises.

Der Artenrückgang der früher zahlreichen Blumenwiesen erfolgt durch 4 Dinge:
• Frühschnitt => 30 Arten
• häufiger Schnitt
• starke Düngung => 20 Arten
•Weidelgraseinsaat => 10 Arten (i.d.R. 3x jährlich)

Immer mehr Grundwasser Meßstellen weisen kritische Werte auf

Grundwasserüberwachungsprogramm der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

Eigene Darstellung von der LUBW Werte , Werte seit 2006 können durch Klick aufgerufen werden
Rund 4 Kilometer südöstlich des Kobeleshofes am Ausgang des Rotenbachtals in Fließrichtung der Grundwasserströme befindet sich die Meßstelle Lindenhäusle Schrezheim, in der seit 2006 Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden.

Bio-Musterregion kontra industrielle Landwirtschaft

Die nächsten Jahre sind entscheidend

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat mit dem Ziel „Mehr Bio für und aus Baden-Württemberg“ landesweit mehrere Biomusterregionen ausgewiesen.

In der Biomusterregion „Rems-Murr-Ostalb“ haben sich der Rems-Murr-Kreis und der Ostalbkreis ohne die Gemeinden Bartholomä, Heubach, Essingen, Oberkochen und Neresheim, die bereits an der Bio-Musterregion „Heidenheim plus“ beteiligt sind, zusammengeschlossen.

In den Bio-Musterregionen engagieren sich über die Kreisgrenzen hinweg Erzeuger, Verarbeiter, Vermarkter und Verbraucher. Die Akteure arbeiten eng mit dem Regionalmanagement zusammen.

Neben der Stärkung der Bio-Wertschöpfungskette spielen in unserer Biomusterregion auch die Themen Biodiversität, Streuobst und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Des Weiteren soll die Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft und das Bewusstsein für ökologische Bewirtschaftungsweisen in der Region gefördert werden. 

Aktuell arbeiten im Ostalbkreis über 150 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Fläche von über 5500 ha nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus.

Weitere Informationen unter: www.biomusterregionen-bw.de

Tierhaltung geht auch anders: Weidegang von Kühen eines Biobetriebes im Eselsburger Tal (Foto: Andreas Mooslehner)

Magere Flachland-Mähwiesen

Über 200 Hektar artenreiche Wiesen verschwunden

Unter diesem Begriff sind artenreiche, wenig gedüngte, extensiv (ein- bis zwei Schnitte) bewirtschaftete Mähwiesen im Flach- und Hügelland zusammengefasst. Dies schließt sowohl trockene (z.B. Salbei-Glatthaferwiese) als auch frisch-feuchte Mähwiesen ein. Im Gegensatz zum Intensivgrünland sind diese Wiesen blütenreich. Der erste Heuschnitt erfolgt nicht vor der Hauptblütezeit der Gräser. Die Schwerpunktvorkommen dieses Wiesentyps befinden sich bei europaweiter Betrachtung in Südwestdeutschland.

Im Ostalbkreis sind in den letzten Jahren über 200 Hektar dieser artenreichen Wiesen vernichtet worden. Durch Rückholverträge konnte nur ein geringer Prozentsatz wiederhergestellt werden..

Nach Artikel 11 der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie sind alle Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, den Erhaltungszustand der FFH-Lebensraumtypen in und außerhalb der FFH-Gebiete zu überwachen. Neben der Überwachung des Erhaltungszustandes muss jeder Mitgliedstaat alle sechs Jahre die wesentlichen Ergebnisse des Monitorings und derdurchgeführten Maßnahmen an die Europäische Kommission übermitteln (Artikel 17). Aktuell wurde seitens der EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet, das einen langjährigen Vorlauf hatte. 

Im weiteren Umkreis um den Vorhabenstandort befinden sich viele artenreiche Wiesen dieses Typs, deren Bestand durch Gülleabnahmeverträge mit einer unangepassten Düngergabe potenziell gefährdet wäre.

Im engeren Bereich um den Kobeleshof ist dieser Lebensraumtyp weitgehend verschwunden. Die Betroffenheit von Restvorkommen wie die bei Hohenberg oder anderen überwiegend bei Fließ- oder Stillgewässern Hohenberg liegenden Flächen ist zu prüfen.

Landschaftsschutzgebiet in Gefahr

Schon zwei mal gelangten Gülle und Silagesickersäfte in den Glasweiher

Hinterer Glasweiher mit Reiherenten. Bild: Hans-Peter Horn)

Das Landschaftsschutzgebiet Rotenbachtal-Sekretärweiher befindet sich wenige hundert Meter vom Kobeleshof entfernt, der auf einer erhöhten Sattellage errichtet wurde.

Schutzzweck des LSG ist die Erhaltung der letzten größeren Schilf-, Röhricht- und Riedbestände der gesamten Ellwanger Markung.

Das Rotenbacher Tal ist ein Keupertal, dass seinen völlig natürlichen Charakter bewahrt hat und wegen seiner Nähe zur Stadt Ellwangen ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel ist. Es ist deshalb auch als Erholungsgebiet besonders schützenswert.

Die reichhaltige Flora der Ufer- Uferrand und gewässerbegleitenden Flächen ist extrem verwundbar gegenüber eutrophierenden Einträgen aus dem oberhalb liegenden Gewässernetz in dem der Kobeleshof viele Flächen bewirtschaftet als auch den umgebenden landwirtschaftlichen Flächen. Negative Wirkungen auf das LSG sind bei unserer 2020 durchgeführten Biotopkartierung bereits sichtbar.

In den Jahren 2011 und 2012 wurden relevante bußgeldbewehrte Umweltschäden im LSG durch die illegale Einleitung von Silagesickersaft sowie Gülle über den Zulauf in den Glasweiher verursacht, bei dem sich eine nicht unerhebliche Menge eines Abwasserpilzes bildete, der im Zuge seines Absterbens, sehr viel Biomasse in den Weiher ausgab, was zu Sauerstoffzehrungen und weiteren Folgen führte.

Da sowohl die Polizei, Staatsanwaltschaft als auch das Landratsamt Ostalbkreis, Gewässerdirektion Ellwangen sowie der Fischereibeauftragte des Regierungspräsidiums Stuttgart involviert waren ist es gänzlich unverständlich, das der Ostalbkreis im Genehmigungsverfahren negative Folgen auf das LSG nicht betrachtet hat.

Das Rotenbachtal soll Naturschutzgebiet werden

Im Jahr 2013 wurde eine Potenzialstudie naturschutzgebietswürdiger Flächen im Regierungsbezirk Stuttgart  vom scheidenden Leiter der oberen Naturschutzbehörde Reinhard Wolff veröffentlicht, die auch an alle unteren Naturschutzbehörden ging also auch dem Landratsamt des Ostalbkreises bekannt war.

Seitens des Regierungspräsidiums Stuttgart ist seit Jahren geplant, Teile des Landschaftsschutzgebietes Rotenbachtal-Sekretärweiher zum Naturschutzgebiet aufzuwerten. Dies betrifft das Rotenbachtal von Ellwangen bis zum Glasweiher auf einer Fläche von 21,3 Hektar. Eine endgültige Abgrenzung existiert noch nicht, weitere Untersuchungen zu Flora und Fauna stehen noch aus.

Der BUND arbeitet mit Unterstützung weiterer ehrenamtlicher Naturschützer seit 2020 daran, die Datenlage durch Kartierungen zu verbessern und unterstützt damit den Fortgang des Verfahrens.  Aus Sicht des BUND ist es gerechtfertigt, mit Einbeziehung des Glasweihers die naturschutzgebietswürdige Fläche zu erweitern.

Naturerlebnisort und Wanderziel Glasweiher

Seit 2013 gibt es die Naturentdecker des Jugendzentrums Ellwangen. Bei ihren Streifzügen rund um Ellwangen entdecken die Naturforscher immer freitags die spannendsten Plätze rund um die Stadt. Im Stadtmagazin Ellwangen finden Sie einen schönen Bericht "Wer kommt mit nach draußen?" über einen Tag am Glas(säg)weiher ab Seite 39.

Einen Wandervorschlag ab der Ölmühle finden Sie auf der Seite von www.aalen-wanderungen.de .

Wer mehr Ausdauer hat geht die von der Stadt Ellwangen empfohlene Route 5: Von der Jagst zu schönen An- und Aussichten zum Hohenberg, die in Sicht- und Riechweite des Massentierstalles entlang führt.

Biotope rund um den Standort Hintersteinbühl

Interaktiver Daten- und Kartendienst der LUBW Baden-Württemberg

Unter folgendem Link können Sie eine interaktive Karte der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg mit den Biotopen rund um den Vorhabensstandort Hintersteinbühl öffnen.

Ihr Zustand hat sich in den letzten Jahren durch den Intensivierungsdruck der umgebenden landwirtschaftlichen Flächen nachweislich verschlechtert. Stickstoffliebende Pflanzen wie Brombeeren, der großen Brennessel oder schwarzer Holunder, breiten sich an Standorten mit hohem Stickstoffangebot stark aus. Dabei verdrängen sie schützenswerte Pflanzen, die auf nährstoffarme Flächen angewiesen sind.

In der Umgebung des Vorhabensstandortes sind  die größten Belastungen durch Ammoniak und eutrophierendem Stickstoff zu erwarten, artenreiche Silikatmagerrasenflächen sowie ein geschütztes Waldinselbiotiop sind unmittelbar betroffen. Im Genehmigungsverfahren wurde ein Gutachten beigebracht, das negative Auswirkungen verneint. Der BUND bringt deshalb im Verfahren eine abweichende Gutachtermeinung ein. 

Unzureichender Brandschutz gefährdet Mensch und Tier

Wie der jüngste verherende Brand im Massentierstall Tellin zeigte, breiten sich Feuer in Megaställen schnell von Gebäude zu Gebäude aus ehe die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintreffen.  Das Brandschutzkonzept in den Genehmigungsunterlagen des Kobeleshofes bezeichnet der BUND als unzureichend. Eine Tierrettung ist nach unserer Ansicht kaum möglich,  die Einsatzkräfte der Feuerwehr werden bei den beengten Verhältnissen auf der Hofstelle zusätzlich durch in Panik geratene Tiere gefährdet. Es ist unter diesen Umständen ungewiss ob ein Übergreifen eines Brandes auf die nebenstehende Biogasanlage verhindert werden kann.

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Zwei Opfer der Agrarpolitik

Bild Biene: Hans-Peter Horn Bild Landwirt: BUND Baden-Württemberg

Bauernsterben: Die Zahl stammt aus der amtlichen Statistik Baden-Württemberg
 

Insektensterben: Die Zahl stammt aus der Krefelder Studie
 

Eu Agrarpolitik einfach erklärt

Die EU Agrarpolitik muss sich ändern: Sie muss sich entschieden gegen das Höfesterben, gegen den Verlust der Artenvielfalt, gegen die Verschmutzung der Gewässer, der Luft und des Bodens stemmen.  Mehr Informationen

Agraratlas 2019

Durch die EU-Agrarpolitik werden jährlich fast 60 Milliarden in Europas Landwirtschaft gesteckt. Der Agrar-Atlas zeigt, dass kaum etwas von dem Geld den Zielen zugute kommt, die den Europäer*innen wichtig sind, und die untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden sind: gesunde Lebensmittel, der Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität oder der Erhalt von kleinen und mittleren Betrieben. Mehr Informationen

Fleischatlas 2021

Der neue Fleischatlas 2021 gibt Einblicke in die Produktionsbedingungen der Fleischindustrie, zeigt den fatalen Missbrauch von Antibiotika in der Tierzucht, belegt die verheerenden Folgen des Pestizideinsatzes im Futtermittelanbau und erklärt, wieso der Fleischkonsum trotzdem weiter steigt. Mehr Informationen

BUND-Leitfaden gegen Massentierhaltung

Die Errichtung von industriellen Tierhaltungsanlagen wird in der Öffentlichkeit zunehmend kritisch wahrgenommen. Was können Betroffene tun, wenn eine Tierfabrik in der Nachbarschaft gebaut werden soll? Mehr Informationen

Megastall Tellin abgebrannt

Das tausendfache Tierleid ist unerträglich. Über 45.000 Tiere sind in Mecklenburg-Vorpommern verbrannt! Der BUND hatte bereits bei der Planung die abenteuerlichen Brandschutzkonzepte für den Megastall scharf kritisiert. Erst wurden Konzepte vorgelegt, wonach die trächtige Muttersauen die Anlage im Brandfall mit der Geschwindigkeit von Wildschweinen verlassen würden, später wurde die Tiere zur Brandlast erklärt, am Ende sollte eine Sprinkleranlage helfen. Auch im Gerichtsverfahren hat der BUND gutachterliche Einschätzungen über Explosionsgefahren und die unmögliche Tierrettung durch Brandbekämpfung vorgelegt. Mehr Informationen

Bienen, Bauern und Bäuerinnen retten

Die Europäische Bürgerinitiative "Save Bees And Farmers" ist eine gemeinsame Aktion von einem Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Imker-Vereinigungen und unabhängigen Bürger*innen. Als Europäer*innen verbindet uns unsere gemeinsame Vision eines besseren Wegs, unsere Lebensmittel zu produzieren: Besser für Bürger*innen, besser für die Artenvielfalt, besser für Bäuerinnen und Bauern. Hier unterschreiben

Zukunftskommission Landwirtschaft

In der im Juli 2020 eingesetzten "Zukunftskommission Landwirtschaft" (ZKL) der Bundesregierung sollen Lösungen gefunden werden, wie die Landwirtschaft in Deutschland künftig ökologisch und ökonomisch nachhaltiger sowie sozial verträglicher gestaltet werden kann. Der BUND nimmt als Vertreter der Umweltverbände an der Kommission teil. Mehr Informationen

Gülleunfälle in der Landwirtschaft

Massenhaftes Fischsterben, Gewässer, die umkippen, verseuchtes Grundwasser, auf Jahre belasteter Boden: Gülleunfälle haben oft verheerende Folgen. Der BUND hat recherchiert, wo welche Unfälle in Deutschland aufgetreten sind. Unterschieden werden dabei: Transport, illegale Entsorgung und Unfall auf dem Betrieb. Heraus kam eine Deutschlandkarte der Güllehavarien, die belegt, dass die Zahl der Güllehavarien stetig steigt. Mehr Informationen

Düngeverordnung muss Gewässer schützen

Ein schärferes Dünge­recht ist dringend geboten, um die Gewässer besser zu schützen. 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland wird aus Grundwasser gewonnen. Zentraler Baustein muss die verbindliche Einführung der Hoftorbilanz für alle Betriebe sein. Das fordert der BUND seit Jahren. Ein verbindlicher Nährstoffvergleich auf Berechnungsbasis der Hoftorbilanz ist unverzichtbar, um die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie mittelfristig einhalten zu können. Mehr Informationen

Für eine klimafreundliche Landwirtschaft

Allein 7,4 Prozent aller Treibhausgase in Deutschland wurden 2018 von der Landwirtschaft verursacht. Damit ist sie nicht nur Opfer des Klimawandels, sondern trägt auch selbst dazu bei. Der BUND spricht sich u.a. für mehr Ökolandbau und Grünlandschutz, die Wiedervernässung ehemaliger Moorstandorte sowie die deutliche Reduzierung der Nutztierhaltung aus. Mehr Informationen

BUND Beschwerde stoppt vorerst Megakuhstall Ostrach

Die Betreiber des Milchparks Hahnennest in Ostrach müssen den Bau des Megastalls für 1000 Kühe und 80 Kälber stoppen. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat am 23. Februar 2021 in einem Eilverfahren entschieden, dass der Widerspruch des BUND vom 4. April 2019 weiterhin aufschiebende Wirkung hat. Damit wird der Beschluss des Verwaltungsgerichts Sigmaringen vom 23. März 2020 geändert. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

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BUND gegen Mega-Schweinestall in Langenburg-Nesselbach

In Langenburg-Nesselbach im Landkreis Schwäbisch Hall soll ein Mega-Stall mit fast 8.000 Schweinen entstehen. Seit 2013 wehren sich Umweltschützer gegen das Projekt. In der nun vorgelegten Umweltverträglichkeitsprüfung sieht u. a. der BUND eklatante Lücken. Insbesondere der Schutz des Grundwassers, aber auch von Völkersbach und der leidgeprüften Jagst komme deutlich zu kurz.

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